Die
Dreieck-Rechteckgenerator Schaltung mit guter Linearität
H.V.Viehof
1. Die Idee entstand als ich mit
einem NE555 Timer Baustein einen Impulsgeber aufgebaut hatte. Der NE555 ist ein
Präzisionstimer- Zeitgeber Baustein mit hoher Frequenzkonstanz und Wiederholgenauigkeit,
er besteht aus einer Spannungsteilerkette, zwei Komparatoren, einem RS-Flip
Flop, einem Ausgangstreiber und einen ‚Entlade Schalter’ (Einzeltransistor mit
offenem Kollektor).
Die drei Widerstände der
Spannungsteilerkette haben gleiche Widerstandswerte, so das der Einschaltpunkt
des
RS Flip Flops
bei 1/3 der Betriebspannung und der Ausschaltpunkt bei 2/3 der Betriebsspannung
liegt. Frequenzbestimmende Bauteile sind die beiden Widerstände Ra und Rb und
der Kondensator C. Die Frequenz errechnet
sich wie folgt: f = 1.44 / (Ra + 2Rb) *
C.
Wobei die
Zeitkonstante sich zusammensetzt aus: t = (Ra+Rb) * C [laden]
und dem
entsprechend: t = Rb * C [entladen].
Beim Betrachten der Lade-
Entladekurve des Kondensators, fiel mir auf das es schon fast eine akzeptable
Dreieckschwingung wäre, wenn sie lediglich ein wenig linearer sei.
2. Und die
mit Abstand einfachste Möglichkeit eine
lineare Rampe zu erhalten ist ein Integrator. Hierzu bietet sich ein ‚Miller’ –
Integrator mit einen uA741 Operationsverstärker als aktivem Bauteil ideal an.
Hierbei ist die Ausgangsspannung Ua
eine streng lineare Funktion der Eingangsspannung Ue und der Zeit t. Ua ist
folglich abhängig von der Höhe der Eingangsspannung, der Zeit die diese
Spannung anliegt, und einen Faktor aus R*C.
Es gilt: Ua ~ (- Ue * t) / (R * C),
woraus auch zu erkennen ist das größere Werte von R und/oder C den Spannungsanstieg
verzögern. Die Formel rechts repräsentiert die exakten
Zusammenhänge. Da der Operationsverstärker invertierend betrieben wird (C liegt
im Gegenkopplungszweig, und die Eingangsspannung steuert den negativen Eingang)
ist die Ausgangsspannung natürlich auch invertiert. Somit erklärt sich auch auf
einfache Art die Wirkungsweise des Integrator: Der durch C fließende Ladestrom bewirkt eine der Eingangsspannung
entgegengesetzt wirkende Spannung am negierten Eingang des OPV’s, somit wird
der Lade und Entladevorgang linearisiert.
3. Zur
praktischen Ausführung der Schaltung:
Frequenzbestimmende Bauteile sind
Rv, P1 und Cx.
R3 hat nur
einen geringen Einfluss auf Frequenz und Formfaktor, bzw. Symmetrie, da sein
Wert mit 220 Ohm sehr gering ist im Verhältnis zur Reihenschaltung von P1 und
Rv mit min 10kOhm. Würde man R3 entsprechend vergrößern, dann wird aus dem
Dreieck ein Sägezahn, und bei der Rechteckschwingung ändert sich das Puls-
Pause Verhältnis dementsprechend.
R1 und R2
bilden einen Spannungsteiler für eine virtuelle Masse auf genau der Hälfte der
Betriebsspannung, dadurch hat der Dreieck- Ausgang einen Gleichspannungs
Offset von ziemlich genau der Hälfte des
Betriebsspannungswertes.
Da der
Integrator ja wie oben besprochen invertierend wirkt, wird der Transistor BC140
o.ä. benutzt um das Ausgangssignal des NE555 entsprechend zu invertieren. Der
Kondensator am Anschluss 5 (C1) wird benötigt um den unbenutzten offenen
Eingang zur Masse abzublocken.
Zum
Praktischen Einsatz als Signalgenerator müssten die Ausgänge allerdings mit
Ausgangstreibern versehen werden.
4. Kurvenform, Linearität und
Frequenzkonstanz: Oszillogramm des Dreieck Signals (Kanal I oben) und des
Rechteck Signals (Kanal II unten), bei
Betriebsspannung
15.2 Volt
Stromaufnahme
0.07 Ampere
und Einstellungen:
Kanal
I 2V/Div
Kanal II
5V/Div
Zeitbasis
0.5ms / Div.
Daraus
ergibt sich: 3.5 Div * 0.5ms = 1.75ms Periodendauer, was einer Frequenz von
1000ms / 3.5ms = 285.71 Hz entspricht. In einem Betriebsspannungsbereich von 12
bis 16 Volt bleibt die Frequenz auch ohne zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen
konstant. Wird für P1 ein 500 kOhm Poti verwendet, beträgt die untere Frequenz
16.7 Hz und die obere ca. 770 Hz (bei Cx
0.1 uF , Rv 10kOhm und R3
220Ohm).
5. Aufbau:
Trotz der guten Frequenzkonstanz empfiehlt es sich für den praktischen Einsatz
die Betriebspannung zwischen 12 und 16 Volt zu stabilisieren. Hier könnten z.B.
Festspannungsregler wie der 7812 oder 7815 benutzt werden. Der mechanische
Schaltungsaufbau kann je nach Einsatz auf geätzter Platine oder Lochrasterkarte
erfolgen. Der Aufbau ist soweit unkritisch jedoch sollten die Leitungswege
möglichst kurz gehalten werden.
Widerstände:
Metallfilm 1%, 1/8 W, Kondensatoren: Polyesterfolie.